08.08.19 - SCHUTZZONENROMANTIK II

PROJEKT: DIE8

Zum Verständnis des Ausstellung benötigt man das MANIFEST:

DAS THEATER IST TOT,

LANG LEBE DIE RE-AVANTGARDE!

Der Mensch lebt durch den Kopf

Wir erbrech(t)en uns!

Der Kopf entwickelt Phantasien, die viel zu oft nur Gedanken bleiben. Man befindet sich letztlich doch immer noch in einem Hamsterrad. Vielmehr, als dass man eigene Akzente für das Leben und die Gesellschaft setzt, läuft man Führern hinterher. Prophetisch versprechen sie Lösungen, die aber nur ihre eigenen sind. Dennoch läuft man hinterher. Man akzeptiert die Alleinherrschaft. Die romantischen Gedanken der Freiheit bleiben dabei in den Köpfen bestehen. Die Hemmschwelle die eigenen Wünsche mitzuteilen wird immer höher. Dennoch drängen sie sich immer mehr auf. Wenn sie aber nicht mitgeteilt werden, findet kein Aushandlungsprozess mit den Gedanken anderer statt, wie man zusammenleben möchte. So werden bestehende Herrschaftsverhältnisse in der Gesellschaft und der Natur bestätigt. Auch wir sehen uns zunächst nur als Apostel einer Idee. Nur wenn wir sie für alle öffnen und sie im Austausch und durch iteratives Lernen modifizieren lassen, kann sie zu einem gemeinsamen Anliegen werden. Eine Idee ist nie fertig. Sie wächst im Tun und das Tun braucht einen Plan.

Ja, mach nur einen Plan

Neue Zeiten brech(t)en an!

Das Theater ist Output-orientiert. Es kann Gesellschaftskritik abbilden, sie jedoch nicht durchsetzen.  Menschen an sich können nicht geplant werden. Strukturen sind erstarrt. Eine Tatsache, die sowohl auf die Gesellschaft als auch auf das Theater zutrifft. Das Theater entsprang dem Drang nach menschlicher Entfaltung, nach (Selbst-)Darstellung und entstammt der Mitte der Gesellschaft. Dabei gab es kein festgelegtes Ergebnis, sondern nur jenes, das sich aus dem Prozess ergab. Das Theater wollte Geschichten erzählen. Geschichten schreiben sich aber nicht an einem Tag und auch braucht es stets mehrere Anläufe bis sie komplett sind. Und, sind sie es denn jemals? Das Theater muss wieder dynamisch werden. Es muss Platz für neue Ideen schaffen, Inputs zulassen, immer wieder bereit sein, sich neu zu erfinden und sich der Gemeinschaft gegenüber öffnen. All das entsteht nicht im Plan, sondern nur im Tun. Bieten wir dem Tun eine Bühne und nicht dem Plan! Der Plan sieht kein Scheitern vor. Scheitern ist aber eine Voraussetzung für Neues. Nur ohne starren Plan kann das Scheitern trotzdem zum Erfolg des Vorhabens werden. Der Erfolg ist nicht die Leistung des Einzelnen, sondern die Leistung aller. 

Ja, renn nur nach dem Glück

Wir brech(t)en auf!

Bequemlichkeit führt zu Halbherzigkeit. Der vermeintliche Plan gibt uns Sicherheit und wird als etwas Positives empfunden. Insgesamt ergibt das jedoch Stillstand. Wenige verfolgen ihren Plan tatsächlich. Ihnen wird das Glück zu hold und wir möchten daran teilhaben. Es kann jeder reich werden, aber nicht alle. Wir verlassen uns auf fremdbestimmte, vorgegebene Wege. Wir befolgen strikt ein Skript und verlernen dabei eigenständig zu interagieren und zu improvisieren. Das eigene Leben wird zum Glückspiel bis es ins Negative kippt. Das Glück ist aber nicht steuerbar, es kommt wann es will, wenn es will. Glück braucht, wer in Bewegung ist und wer etwas bewegen will.

Bewegung macht flexibel. Flexibilität ermöglicht Ideen. Ideen erschaffen Utopien. Und etwas anderes ist möglich.

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